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Praxis-Rundbrief

2010/1


Heilige Auszeiten

Von der Kälte und Nässe haben wir mittlerweile alle die Nase voll. Jetzt sehnen wir uns nur noch nach Wärme und Sonnenlicht! Wie der Frühling alles in der Natur spriessen lässt, so kommt der Puls wieder deutlich an die Oberfläche. Wir haben wieder Lust, raus zu gehen und sind glücklich, nicht mehr all die dicken Pullover, Mäntel und Stiefel tragen zu müssen.

Letzte Woche sass ich im Café endlich wieder einmal draussen in der milden Märzsonne und ich musste daran denken, wie ich vor wenigen Wochen noch über die Strassen rutschte, immer haarscharf am Sturz vorbei. Mit den helleren Tagen lohnt sich das Fenster putzen wieder, Urlaube werden gebucht und für die wärmere Jahreszeit wollen wir alle wieder richtig fit werden. Wenn da nur nicht diese Frühjahrsmüdigkeit wäre ...


Auf geht’s!   Statt im klimatisierten Gym der Bikinifigur oder in der Muckibude dem Waschbrettbauch hinterher zu ächzen, empfehle ich sanfte Bewegung an der frischen Luft. Nichts gegen einen schönen Körper, aber was hilft er uns, wenn sein Immunsystem nicht stabil ist?

Hier gibt es guten Rat und der ist gar nicht teuer: Tägliche Spaziergänge von wenigstens einer halben Stunde, sanftes Joggen, die Fahrt zur Arbeit mit dem Rad, oder wenigstens die Treppen statt den Lift zu nutzen, bringt schon viel in Gang und ist ein preiswerter Ausgleich zur Arbeit am Schreibtisch. Wer seine Bewegung mit Meditation verbinden will, dem rate ich zu Qi Gong und TaiJi Quan. Im Stadtpark, an der Alster oder an der Elbe kann uns die Natur dabei mit all ihrer Kraft auftanken. „Frühjahr“ heisst im Italienischen „Primavera“ und bedeutet „Erste Wahrheit“. So bringt der Frühling alles wieder ans Tageslicht, was wachsen möchte und gestaltet werden will.


Ernährung darf Spass machen   Auch unser Essen können wir auf das Frühjahr einstellen. Regionales Gemüse der Saison und frisches Obst versorgen uns mit allem, was der Stoffwechsel für einen guten Start in den Frühling braucht. Wer regelmässig und qualitativ hochwertig isst, stärkt sein Immunsystem und erspart sich langfristig viele Gänge zum Heilpraktiker oder Naturheilkunde-Arzt.

Da nur wenige die Fastenzeit zwischen Karneval und Ostern ernst nehmen, ist die richtige Ernährung ein idealer Weg, den Körper auch zu entgiften. Dabei ist es wichtig, ausreichend zu trinken: Mineralwasser, Kräutertee, ungesüsste Schorle. Die Chinesische Medizin hält nur wenig vom Fasten, hält aber sehr viel vom guten und regelmässigen Essen.

Hartnäckige Erkrankungen und Störungen bei allem, was Essen und Verdauung angeht, sollten Sie von einem gut ausgebildeten Therapeuten behandeln lassen. Heilpraktiker, die auch Ernährungsberatung anbieten, können Ihnen aufgrund einer sorgfältigen Diagnose die wichtigsten Massnahmen auflisten, die für Sie persönlich am besten sind. Leichtere Alltagsbeschwerden können Sie meistens selbst schon mit konsequenter Umstellung Ihrer Ernährung und Lebensführung verhältnismässig einfach beheben. Konkrete Anleitungen dazu finden Sie ebenfalls in den reichen Schätzen der Chinesischen Medizin.


Fünf Elemente   Wie alle Medizinsysteme, die Jahrtausende alt sind, so macht auch die Chinesische Medizin keinen Unterschied zwischen Medikament und Ernährung. Gute Ernährung ist in der TCM-Praxis immer das erste therapeutische Mittel der Wahl. Wer Lust hat, etwas Neues in der Küche auszuprobieren, der kann es ja einmal mit der 5-Elemente-Ernährung nach Chinesischer Medizin versuchen.

Zum Beispiel gedünstetes Gemüse aus dem Wok, mit Lauchzwiebeln und Tofu oder Bio-Fleisch, guten Gewürzen und frischen Kräutern mit Reis – ein wahrer Hochgenuss! Die mediterrane und asiatische Küche, am besten immer einfach und frisch zubereitet, hat auch grossen medizinischen Wert. Wenn Sie ausreichend für pflanzliche Eiweisse auf ihrem Speiseplan sorgen, wie Vegetarier das machen, brauchen Sie nicht jeden Tag Fleisch. Zweimal die Woche Fisch oder Fleisch ist nach den aktuellen Erkenntnissen vollkommen ausreichend. Wenn Sie weitgehend gesund sind, können Sie die 5-Elemente-Ernährung leicht selber lernen und anwenden. Mit Büchern finden Sie einen guten Einstieg in dieses Thema. Ebenso werden an Bildungseinrichtungen wie z.B. der Volkshochschule regelmässig Kurse dazu angeboten.


Alles, was gut tut   Achten Sie auf alles, was Ihnen gut tut. Pflegen Sie ihre Kontakte. Wir sind nicht alleine auf dieser Welt und unsere seelische Gesundheit hängt stark von den Beziehungen zu anderen Menschen ab. Familie und Freunde sind richtig wichtig. Wenn es gut läuft, erden und beflügeln sie uns.

Natürlich läuft es nicht immer harmonisch und ideal. Nehmen Sie unausweichliche Schwierigkeiten, um sie liebevoll gemeinsam mit dem Anderen zu klären und daran zu wachsen. Was Sie ändern können, ändern Sie behutsam, und üben Sie sich in Gelassenheit bei allem, was Sie nicht sofort ändern können.

Die Auswirkungen von Stress auf unsere Gesundheit hängen hauptsächlich von unserer persönlichen Wahrnehmung und unseren Reaktionen auf ihn ab. Wer seine persönlichen Stressauslöser erkennt und lernt, mit ihnen umzugehen, macht bereits einen grossen Schritt in Richtung „Gesund bleiben“.

Oft haben wir die Wahl, wie wir uns im Stress verhalten. Was nützt es mir, wenn ich mich darüber aufrege, dass mich ein unvorhergesehener Stau von einem wichtigen Termin abhält? Hier habe ich die Wahl: Überlasse ich das Ruder dem Ärger, der mich ohne echte Vorteile nur viel Kraft kostet, oder bleibe ich ruhig und nutze die Zeit im Stau, um mich bewusst zu entspannen? Den Stau kann ich nicht ändern, aber ich kann dafür sorgen, dass der Stau nicht mich ändert, indem er mich schlecht beeinflusst. Auch ich bleibe nicht davon verschont! So bekomme ich täglich Gelegenheit, mich in Gelassenheit zu üben.

Bei vielen Menschen gibt es eine andere Form von Stress: Den Dauer-Stress. Er kommt nicht so überraschend und die Betroffenen haben sich weitgehend daran gewöhnt, weil sie häufig keine andere Wahl haben. Aus meiner Sicht ist er viel folgenreicher als der Spontan-Stress, weil wir ihn häufig nicht mehr als Stress wahrnehmen. Wir leben mit ihm, weil wir nicht anders können. Der häufigste Grund ist die Notwendigkeit, den Lebensunterhalt zu verdienen.

Auch wenn wir alle gelernt haben, damit zu leben, Dauerstress ist und bleibt eine permanente Anspannung für Körper, Geist und Seele. Ständig steigender Leistungsdruck bei der Arbeit, Angst vor Arbeitsplatzverlust, Angst vor Mobbing, Angst im Privatleben vor Trennung, Angst davor, alleine zu bleiben ... die Liste liesse sich lange fortsetzen. Häufig ist es schon eine grosse Hilfe, sich mit Freunden oder Kollegen ihres Vertrauens auszusprechen. Wenn das nicht reicht, holen Sie sich am besten professionelle Hilfe.

Halten Sie Ihre tägliche Tretmühle an, wann immer Sie können. Schaffen Sie sich Ruheinseln und nehmen Sie diese kleinen Inseln genauso wichtig, wie den Abflugtermin in Ihren Jahresurlaub. Nehmen Sie sich die Zeit! Lesen Sie ein Buch oder setzen Sie sich auf eine Bank und schauen den Wolken nach. Es spielt keine Rolle, wie wir unseren Stress im Alltag ausgleichen. Wichtig ist nur, regelmässig dafür zu sorgen.

Wenn wir uns gut ernähren, unsere Freundschaften pflegen, uns tagsüber neben der Arbeit kleine, heilige Auszeiten gönnen und nachts ausreichend schlafen, kommen wir prima ins Frühjahr. Ganz nebenbei sichern wir auch unser höchstes Gut, das für kein Geld dieser Welt zu haben ist: Unsere Gesundheit.


Ich wünsche allen eine gute Zeit!
Sascha Dörfler





Kein Heilversprechen: Grundsätzlich soll bei keiner meiner aufgeführten Theraphien der Eindruck erweckt werden, dass diesen ein Heilversprechen meinerseits zugrunde liegt, oder, dass Linderung oder Besserung eines Krankheitszustandes garantiert oder versprochen werden kann. Siehe auch Impressum Abs.7









Akupunktur und TCM Hamburg
Sascha Alexander Dörfler • Heilpraktiker • Mitglied der AGTCM
Naturheilpraxis für Klassische Akupunktur und
Chinesische Medizin
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